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Aufführungen / Theater UHU-Theater Hannover Hannover, Böhmerstr. 8
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Mi, 6.3.2024, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Fr, 8.3.2024, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Sa, 9.3.2024, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Fr, 15.3.2024, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Sa, 16.3.2024, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Commedia Futura Hannover, Seilerstr. 15 F
Aufführungen / Theater die hinterbuehne Hannover, Hildesheimer Str. 39a
Aufführungen | Varieté

Cirque Bouffon – PARAISO

Cirque Bouffon

Die Zeit entschleunigen und das Herz berühren: Der Cirque Bouffon ist im Frühjahr erstmals in Hannover. Die mitreißende Show PARAISO entführt in eine poetische Traumwelt voller Magie. Der Cirque Bouffon kommt mit seiner Show PARAISO 2024 nun endlich in Norden Deutschlands und erstmals nach Hannover. Das vielseitige, internationale Künstlerensemble verzaubert dann auch Hannover vom 27.03. bis 28.04.2024 mit seiner poetischen Show Paraiso mit Elementen aus Artistenzirkus, Komik, Live-Musik, Theater und Tanz. Das charmante Chapiteau steht dann mitten in Hannover auf dem Waterloo-Platz. PARAISO (dt. Paradies) ist die Vorstellung eines wunderbaren, göttlichen Ortes, an dem jeder ein König oder eine Königin sein darf. Alles ist stets ein wenig anders als man denkt: Die Protagonisten überraschen mit Eindrücken, Bildern und Emotionen, skurrilen Situationen, viel Humor und traumhafter Magie. Mal bunt, mal düster, mal gleißend-hell. Mal laut, mal lustig, mal leise. Die mitreißende Inszenierung des Cirque Bouffon entführt in eine poetische Traumwelt voller Magie, stets begleitet von der sinnlichen und rauschhaften Musik des ukrainischen Komponisten Sergej Sweschinski. PARAISO eine Show der internationalen Extraklasse, die das Herz berührt und die Zeit entschleunigt. Ein schillerndes Kaleidoskop und unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie. 27.03.- 28.04.2024 PARAISO | Hannover Chapiteau auf dem Waterloo-Platz Termine: Mittwoch bis Freitag 19:30 Uhr, Samstag 14:30 und 19:30 Uhr, Sonntag 14:30 und 17:30 Uhr, Montag und Dienstag keine Vorstellungen, außer am Ostermontag, 1. April 2024 um 14:30 und 17:30 Uhr. Am Karfreitag, 29. März 2024, findet keine Vorstellung statt. Tickets ab 25 Euro gibts an den Vorverkaufsstellen der Hannoverschen Allgemen Zeitung (HAZ), über Eventim und online unter www.cirque-bouffon.com sowie ab 28.3. an der Kasse am Zirkuszelt (ab 2 Stunden vor jeder Vorstellung ohne VVK-Gebühren) Trailer zur Show: youtu.be/bslO8xsYYfo
Aufführungen | Schauspiel

Der Elefantenmensch

Scharoun Theater Wolfsburg

MediaBühne Hamburg London, 1884: Der an einer seltenen Krankheit leidende John Joseph Merrick (05.08.1862 – 11.04.1890) litt unter schweren Deformationen seines Körpers, die seine Gestalt und sein Gesicht völlig entstellten. Er galt im viktorianischen Zeitalter als schlimmstes Beispiel für die krankhafte Deformierung und wurde als „Der Elefantenmensch“ bekannt. Er wurde dem Publikum in Freakshows auf Jahrmärkten präsentiert, und als er endlich Zuflucht in einem Hospital findet, scheint sein Leidensweg beendet. Doch Schatten der Vergangenheit verfolgen ihn erneut ... Die MediaBühne zeigt diese berührende, wahre Geschichte - basierend auf den Aufzeichnungen des Londoner Arztes Dr. Frederick Treves - in einer inhaltlich erweiterten Fassung, mit erstklassigen Schauspielern, einem eigens entwickelten, handlungsumspannenden Trickfilm in zauberhafter Vintage-Optik und untermalt mit einem opulenten Soundtrack. Das von stimmlicher Eindringlichkeit angetriebene Projektionskunsttheater ist ein schillerndes Panoptikum, das zwischen Theater-Kino, Live-Synchronisation und inszenierter Lesung mit Trickfilmen angesiedelt ist. Die MediaBühne war in der letzten Spielzeit bereits mit der Produktion „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ zu Gast im Scharoun Theater. Eine unter die Haut gehende Parabel gegen Vorurteile und für mehr Toleranz, ein außergewöhnliches multimediales Theatererlebnis in einer Bearbeitung der MediaBühne Hamburg. Mit Annelie Krügel, Maximilian Ponader, Daniel Wandelt und Oliver Wronka Buch, Musik, Animation, Licht und Ton: Klaus Ude Inszenierung / Produktion: Annelie Krügel Anschließend Podiumsdiskussion!
Aufführungen | Schauspiel

All Gender*splaining

Scharoun Theater Wolfsburg

Theater der Jungen Welt, Leipzig Looks aus den 70ern, Musik aus den 90ern und Themen der Zukunft: Willkommen zur »ALL GENDER*SPLAINING«-Show! Gemeinsam nehmen wir in diesem interaktiven Showformat Geschlechtermythen genauer unter die Lupe, zerlegen Rollenbilder und sammeln Punkte im ultimativen Gender-Game. Im Rennen um den großen Show-Preis entscheidet das Glücksrad, welche Box der fünf Show-Kategorien sich öffnet und ihr Geheimnis offenbart. Seid dabei, wenn es heißt: »Mädchen- oder Jungsklo, wo pinkelst du«? Zeit für Vergenderung! Mit Patrick Niegsch, Veronique Nivelle Konzept: Veronique Nivelle, Patrick Niegsch Bühnenbild: Carsten Schmidt Kostüme: Jana Kuhlemeier Ab 12 Jahren, Dauer ca. 100 Minuten
Aufführungen | Schauspiel

Goethes Faust – Allerdings mit anderem Text und auch andere Melodie

Schauspiel Hannover

Uraufführung: 8.3.2024 „Da kommen Sie und fragen, welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht. Als ob ich das selber wüsste und aussprechen könnte!“ Was Goethe selbst nicht erklären konnte oder wollte, werden nun Barbara Bürk und Clemens Sienknecht versuchen. Mit dem Untertitel Allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie haben die beiden bereits einige große Klassiker der Weltliteratur in ihr ganz eigenes Format transportiert: inhaltlich komprimiert, humorvoll dekonstruiert und liebevoll musikalisiert. In Hannover nehmen sich die beiden nach Madame Bovary (2016) nun Goethes Schwergewicht Faust vor: Ein verhängnisvoller Pakt mit dem Teufel, die Gretchenfrage und die Suche nach dem Moment des absoluten Glücks. Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht Bühne und Kostüme: E Anke Grot Musik: Friedrich Paravicini Dramaturgie: Lovis Fricke
Aufführungen | Performance

Breaking Point

Schauspiel Hannover

Uraufführung: 9.3.2024 Relaxed Performance für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene „Nichts über uns ohne uns!“ – Das ist seit langem eine der Forderungen von Menschen mit Behinderungen, und genauso lange kämpfen sie gegen Mauern aus Nichtwissen in der Gesellschaft. Was bedeuten Begriffe wie Ableismus, Crip Time oder Inspirationsporno? „Diese Begriffe sind zu akademisch und zu theoretisch für das Theater“, sagt die Intendantin. „Wer soll da kommen?“ – Wie aber sprechen wir über Behinderungen, wenn uns die Worte dafür fehlen? Vielleicht, indem wir sie uns schenken? Choreograf Alessandro Schiattarella und sein Ensemble feiern – angelehnt an die Nussknacker-Erzählungen von E.T.A. Hoffmann und Peter Tschaikowski – die Freude des Schenkens. In der Produktion Breaking Point erspielen sie ein neues Vokabular, mit dem sie Mauern einreißen und Brücken zwischen unterschiedlichen Erfahrungswelten bauen. Für den in Neapel geborenen Choreografen und Regisseur Alessandro Schiattarella ist Breaking Point die zweite von ihm geleitete Produktion, die im Rahmen des JUPITER-Programms von der Kulturstiftung des Bundes am Niedersächsischen Staatstheater gefördert wird. Als Tänzer und Performer arbeitete er mit namhaften Künstler:innen zusammen. Er ist von einer seltenen Erkrankung betroffen, die ihn veranlasst, choreografische Projekte im Bereich Behinderung zu entwickeln und dabei insbesondere die „aesthetics of access“ in seine Produktionen zu integrieren. Seine Arbeiten wurden in renommierten Theatern, Kunsträumen und bei namhaften internationalen Festivals gezeigt. Regie: Alessandro Schiattarella Bühne: Margarete Albinger Kostüme: Sigi Colpe Komposition: Eugenio Fabiani Musikalische Leitung: Maxim Böckelmann Dramaturgie: Barbara Kantel
Aufführungen | Schauspiel

Werther

Schauspiel Hannover

Werther flieht vor enttäuschter Liebe und der Welt im Allgemeinen aufs Land. Ablenkung tut Not und die Begegnung mit der Natur wird „seiner Seele köstlicher Balsam“. Doch dann trifft er auf Lotte. Lotte, das Zauberwesen, seine Seelenverwandte, ein Engel, vergöttert und gebraucht, mehr als alles in der Welt. Ein Rausch voller Glück und Schmerz durchfährt und zermartert ihn. Denn Lotte hat sich für einen anderen entschieden: Albert. Das Gegenstück zu Werther. Ein Mann des Maßes, der Regeln, der Sicherheit. Werthers Welt explodiert. Goethes Briefroman zeigt einen modernen Helden, aufgehangen zwischen den Polen der Zerstörung und der Schöpfung. Maßlos, selbstbezogen und gegen jede Vernunft handelnd, ist er dabei dennoch konsequent und merkwürdig klarsichtig. Wahn und Wahrhaftigkeit verknüpfen sich in ihm und stellen sich uns berührend und mit bestechender Präzision dar. Werther ist nicht nur ein Roman über die Liebe, er ist ein Gegenentwurf zu einer Welt, die auf Rationalität und Sicherheit, auf Erfolg und Berechenbarkeit setzt. Er ist ein Plädoyer für die Verschwendung, den Moment, den Glauben, die Feier, das Wagnis und den Exzess. Lilja Rupprecht, die in ihren Arbeiten die Sprengung sowohl ästhetischer als auch inhaltlicher Sichtweisen sucht, um die Wucht des Gefühls herauszudestillieren, wird Werther inszenieren. Sie arbeitet unter anderem in Stuttgart, Berlin und Köln. Regie: Lilja Rupprecht Bühne: Holger Pohl Kostüme: Geraldine Arnold Musik: Romain Frequency Video: Roman Kuskowski Dramaturgie: Nora Khuon für Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Hamlet

Schauspiel Hannover

„Wollen Sie ein großes Elend bewundern?“ Zeitenwende am dänischen Hof. Nach dem Tod des Königs hat sein Bruder Claudius dessen Witwe Gertrud geheiratet und die Macht an sich gerissen, um die drohende feindliche Invasion Norwegens zu verhindern. Nur der junge Prinz Hamlet kann sich nicht für die neue Ehe seiner Mutter begeistern. Er verachtet die schnelle Heirat genauso wie den bevorstehenden Kriegsausbruch, der ihn um sein Studium bringt. Auch hat die Trauer um seinen Vater Hamlet fest im Griff. Und dann erscheint ihm nachts plötzlich dessen Geist. Dieser beschuldigt seinen eigenen Bruder, ihn im Schlaf vergiftet zu haben. Prinz Hamlet ersinnt nun einen Plan, um die Anschuldigungen, die der Geist seines Vaters erhebt, zu überprüfen. Die ungewöhnliche Verbindung von Gewalt und Selbstbefragung in Shakespeares Hamlet ist einzigartig. Regisseurin Lisa Nielebock widmet sich dieser existenziellen Verunsicherung mit größter Empathie und entfaltet dabei den überbordenden Kosmos, der von Zweifel, Ekel und Handlungsunwillen geprägt ist, aber auch vor allem die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für eine Tat stellt. Gilt es, den Aufträgen von Vater und Vaterland wirklich nachzukommen? Um jeden Preis? Was erhofft sich der Mensch durch die Erfüllung eines Versprechens? Und wie ist es möglich, dass ein Zweifel, der vielleicht sogar Widerstand ist, in Verwüstung umschlägt? Lisa Nielebock ist seit 2014 leitende Professorin für Regie an der Universität der Künste in Essen. In Hannover inszenierte sie zuletzt Der zerbrochne Krug. Regie: Lisa Nielebock Bühne: Oliver Helf Kostüme: Ute Lindenberg Musik: Thomas Osterhoff Dramaturgie: Mazlum Nergiz ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Der Nackte Wahnsinn

Schauspiel Hannover

Wir befinden uns im Grand Theatre in Westonsuper-Mare. Es ist der 14. Januar, kurz nach Mitternacht, ein Tag vor der Premiere von Nackte Tatsachen, die Generalprobe läuft. Texthänger, Türen klemmen, Requisitenchaos, verlorene Kontaktlinsen, volltrunkene Schauspielende – Regisseur Lloyd Dallas und seine Darsteller:innen sind verzweifelt. Denn die nackten Tatsachen des Stücks machen den Entblößungen hinter der Bühne Platz: Kulissengetuschel und Liebesverwirrung, Verwaltungshorror und Befindlichkeiten. Was für die Beteiligten ein Albtraum ist, wird für das Publikum zum turbulenten Komödienchaos. In drei Varianten sieht es immer wieder nur den ersten Akt: zunächst die Probe, dann eine der ersten Vorstellungen – hier dürfen die Zuschauer:innen die Seite wechseln und das Ganze backstage verfolgen – und schließlich eine desolate Aufführung zum überfälligen Ende der Tournee. „Von hinten war es lustiger als von vorne“, sagte Michael Frayn, als er von der Seitenbühne die Aufführung seines Stückes Chinamen sah. Von diesem Erlebnis inspiriert, begann er 1982 die Komödie Der nackte Wahnsinn zu schreiben und dabei eine Schauspieltruppe zu entwerfen, die um das Gelingen des Abends ringt, als ginge es um Leben und Tod. Anne Lenk, zuletzt führte sie bei Molières Der eingebildete Kranke in Hannover Regie, wird den irrwitzigen Kampf ums (Bühnen-) Überleben samt großem Glauben an Leben und Theater inszenieren, getreu dem Motto des Stücks: „Morgen ist Premiere, wir hatten nur vierzehn Tage zum Probieren, wir wissen überhaupt nicht, wo’s langgeht, aber mein Gott, seien wir ehrlich, wer weiß das schon.“ Regie: Anne Lenk Bühne: Judith Oswald Kostüme: Sibylle Wallum Musik: Carolina Bigge Dramaturgie: Nora Khuon ca. 3 Stunden 10 Minuten, eine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Woyzeck

Schauspiel Hannover

Woyzeck – „guter Kerl und armer Teufel“ – ist Soldat und verfügt über ein geringes Auskommen. Er bessert es auf, indem er seinen Hauptmann rasiert und sich der Wissenschaft als Versuchsobjekt zur Verfügung stellt. Denn da sind Marie und sein uneheliches Kind Christian, die versorgt sein wollen. Als ihn Marie betrügt, brechen Angst, Trieb und Hass aus ihm hervor, und er ersticht sie. „Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht“, lässt Büchner seinen Woyzeck erkennen und liefert ihm damit die Einsicht in die Spannung, der er selbst ausgesetzt ist. Woyzeck scheitert gnadenlos an seinem Versuch, ein guter Mensch zu sein. Das System, in das er hineingeboren wurde, ist eines der Gewalt. Alle unterliegen ihr. Woyzeck ist kein Einzelfall, sondern Sinnbild eines zutiefst menschlichen Dilemmas. Opfer und Täter zugleich, befindet er sich im Zirkel der Gewalt, unfähig sich daraus zu lösen, und setzt fort, was er erfahren hat. Dabei stattet Büchner ihn und die anderen Figuren mit einer rohen, kraftvollen und bedingungslosen Sprache aus, die berührt und mitnimmt wie die Geschichte selbst. Lilja Rupprecht bohrt sich in ihren Arbeiten in die Gefühlswelten ihrer Figuren hinein und sucht gleichsam mit Kraft und Zartheit nach ihren inneren Notwendigkeiten, um sie spürbar werden zu lassen. Nach Werther ist Woyzeck ihre zweite Premiere am Schauspiel Hannover. In der Titelrolle steht Sebastian Nakajew auf der Bühne. Regie: Lilja Rupprecht Bühne: Anne Ehrlich Kostüme: Geraldine Arnold Musik: Romain Frequency Video: Moritz Grewenig Live-Kamera: Tobias Haupt Dramaturgie: Nora Khuon ca. 1 Stunde 5 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Ein Mann seiner Klasse

Schauspiel Hannover

Christian und sein Bruder Benny ziehen die Bettdecken über die Köpfe und halten die Luft an, wenn drüben der Vater die Mutter gegen die Wand schleudert. Die Gewalt ist zur Normalität geworden, genauso wie die Armut, in der sie leben, und der Reflex, nichts nach außen dringen zu lassen, bloß nicht aufzufallen. Die Wutausbrüche des trinkenden Vaters sind unberechenbar und exzessiv, und doch hofft Christian immer, dass er bleibt. Er schaut auf zu dem Mann, der eine Waschmaschine alleine in den vierten Stock tragen kann und die Familie davor beschützt, im Kalkofen zu landen, dem Viertel, in dem die wohnen, denen es noch schlechter geht. Unter den abfälligen Blicken der Nachbarn scheint die Zukunft der Kinder bereits vorgezeichnet. Als die Mutter ernsthaft erkrankt, schreitet eine couragierte Tante ein und die Dinge beginnen sich zu verändern. Als einer, der davonkam, blickt Autor Christian Baron in seinem 2020 erschienenen Debütroman zurück auf eine Arbeiterkindheit in Kaiserslautern und stellt die Frage, wer oder was seinen Vater zu dem machte, der er war. Baron erzählt von skandalöser Armut in einem reichen Land, von den wirkungsvollen Mechanismen der Ausgrenzung, vom Ringen um Stolz und Würde und hält dem Hohn der Gesellschaft eine berührende Familienbiografie entgegen. Lukas Holzhausen ist Schauspieler und Regisseur. Seit der Spielzeit 2019/20 ist er fest im Ensemble des Schauspiel Hannover, hier inszeniert er in dieser Spielzeit außerdem Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch. Bei nassem Schnee. Regie: Lukas Holzhausen Bühne und Kostüme: Katja Haß Musik: Robert Pawliczek Dramaturgie: Annika Henrich ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Der kleine Prinz

Schauspiel Hannover

Mitten in der Sahara stürzt ein Flugzeug ab. Sein Pilot überlebt. Nun sitzt er in der Wüste. Da gesellt sich ein Kind von einem fremden Planeten zu ihm – der kleine Prinz. Im Streit hat er seinen Heimatplaneten verlassen und bereist nun das Weltall. Hier begegnet er Gestalten, deren Sehnsüchte Geld, Herrschaft, Rausch oder Bewunderung sind. „Die großen Leute sind entschieden sehr verwunderlich …“, stellt er daraufhin fest und bleibt fremd in diesem Kosmos. Ein dunkles Universum offenbart sich uns und ihm. Es ist die Geschichte eines Wesens, das sich wundern kann und das der allgegenwärtigen Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit etwas entgegenzusetzen hat. Vielleicht ist der kleine Prinz der Freund, den wir uns erfinden müssen, um in unserer Welt zu überleben. Lilja Rupprecht wird die Erzählung als ein berührendes Endzeitdrama für Erwachsene inszenieren. Mit Werther, Woyzeck und Peer Gynt erarbeitete sie für Hannover schon große Befrager unserer Wirklichkeit. Mit dem kleinen Prinzen fügt sie dieser Reihe einen Suchenden besonderer Art hinzu: Verloren und gleichsam verbunden mit der Welt ist er – ausgestattet mit einer Vorstellungskraft, die uns mitnimmt in unbekannte Gefilde der Seele. Regie: Lilja Rupprecht Bühne: Holger Pohl Kostüme: Christina Schmitt Musik: Philipp Rohmer Video: Rebecca Riedel Chorleitung: Bernd Freytag Dramaturgie: Nora Khuon ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
Aufführungen | Schauspiel

zwei herren von real madrid

Schauspiel Hannover

„Wo schauen Sie hin, wenn Sie ein Tor machen, wenn ich fragen darf?“ Im Wald begegnen sich zwei Herren. Eigentlich wollten beide allein die Ruhe genießen. Doch wo sie nun schon mal zu zweit sind, kommen sie ins Gespräch. Sie finden heraus, dass sie beide Profifußballspieler sind. Der eine ist Stürmer, der andere Mittelfeldspieler. Was für ein herrlicher Zufall: Sie spielen beide für Real Madrid. Und weil man einander so sympathisch findet, lädt der Stürmer zum Weihnachtsfest ins Elternhaus ein. Bei einer Beerdigung kommen sie sich näher und der erste Kuss geht direkt durch ein heimlich geschossenes Foto viral. Natürlich stehen die beiden bei einer Pressekonferenz von Real Madrid im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Als auch noch herauszukommen droht, dass der Stürmer ein Angebot von Paris Saint-Germain hat, springt ihnen der weltberühmte Verteidiger Sergio Ramos zur Seite. Der junge Autor Leo Meier zelebriert eine utopische, bejahende Version unserer Gesellschaft und entwirft auf humorvolle Weise eine Welt, in der es völlig normal ist, dass man mit dem Drachen zum Training fliegt und sich Fußballer ganz selbstverständlich ineinander verlieben. Leo Meier wurde mit zwei herren von real madrid 2022 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und gewann dort den Publikums- und Hörspielpreis. Der mehrfach zu Theaterfestivals eingeladene und ausgezeichnete Regisseur Ronny Jakubaschk inszenierte bereits Was ihr wollt (2021) im Theaterhof, Das Vermächtnis von Matthew Lopez (2022) und Der Schimmelreiter (2023) am Schauspiel Hannover. Regie: Ronny Jakubaschk Bühne: Heiko Kalmbach, Marina Stefan Kostüme: Anne Buffetrille Musik: Jörg Kunze Video: Heiko Kalmbach Dramaturgie: Michael Letmathe ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Luft

Schauspiel Hannover

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Atemzug? Als Sie den schützenden Mutterleib verließen, um in all die unüberschaubaren und mitunter scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen eines Lebens einzutauchen? Wahrscheinlich nicht. Niemand kann sich daran erinnern. Nicht an den ersten Schrei, nicht an den Ursprung allen Seins. Aber vielleicht sollten wir uns erinnern. Daran, dass es Luft braucht, um uns mitten ins pralle Leben zu werfen. Ein wenig nur. Ein Atemzug. Kein angstvolles Schnappen. Kein hektisches Hecheln. Nein, tief Luft holen, um „zu sein“. „Da-zu-sein“, um den ganz großen und den ganz kleinen Ängsten, die uns alltäglich beherrschen, etwas entgegenzusetzen. Einmal gemeinsam Atem holen und ansingen, gegen all das, was uns den Atem nimmt. Die Flügel ausbreiten und eintauchen in alles, was die Musik hergibt: von Wagner bis AC/DC, von Peter Alexander bis Billie Eilish. Tief durchatmen und für einen Moment abheben, um sich fallen zu lassen! Anja Herden ist seit 2019 Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover. Als Gastdozentin arbeitet sie seit 2020 am Thomas-Bernhard-Institut der Universität Mozarteum in Salzburg, wo sie auch Regie führt. Luft ist ihre erste Regiearbeit am Schauspiel Hannover. Christian Decker studierte Kontrabass und E-Bass an den Musikhochschulen Hannover und Hamburg und arbeitet als freischaffender Musiker im Studio und auf der Bühne, unter anderem als musikalischer Leiter für All das Schöne am Schauspiel Hannover. Regie: Anja Herden Musikalische Leitung: Christian Decker, Lutz Krajenski Bühne: Florence Schreiber Kostüme: Annabelle Gotha Dramaturgie: Johanna Vater Live-Musik Lutz Krajenski, Dominik Decker, Christian Decker Schlagwerk Kristof Hinz ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Vor dem Fest

Schauspiel Hannover

„Der Fährmann hat mal erzählt, es gäbe im Dorf jemanden, der mehr Erinnerungen von anderen Leuten besitze als eigene.“ Im uckermärkischen Fürstenfelde wird mehr gestorben, als dass Neues nachwächst, und wer kann, sucht am besten gleich sein Glück an einem anderen Ort. Die Dagebliebenen treffen sich in Ullis Garage und erzählen sich Geschichten von früher. Doch diese Nacht vor dem alljährlichen Annenfest soll keineswegs ruhig verlaufen. Voller Liebe und Zartheit entwirft Buchpreisträger Stanišić zwischen Sagen und Märchen die Biografie eines Dorfes und seiner Bewohner:innen, traurig und berührend, kraftvoll und verloren. Regie: Lars-Ole Walburg Bühne: Robert Schweer Kostüme: Nina Gundlach Musik: Lars Wittershagen Dramaturgie: Johanna Vater Live-Musiker: Lars Wittershagen ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Wut, die bleibt

Schauspiel Hannover

Helene tut das Unfassbare: Wortlos steht sie vom Abendessen auf und stürzt sich vom Balkon. Ihre Familie steht unter Schock. Sarah, Helenes beste Freundin, möchte helfen und wird zur Stütze für den völlig überforderten Vater Johannes – nur, bis alle wieder festen Boden unter den Füßen haben. Denkt sie. Doch die Monate verstreichen. Sarahs eigenes Leben gerät wie selbstverständlich in den Hintergrund, und das brodelnde Gefühl der Wut bahnt sich den Weg an die Oberfläche. Lola, Helenes Tochter, fühlt diese Wut noch stärker, ihre Anklage richtet sich gegen das Patriarchat an sich. Sie macht das System für den Tod ihrer Mutter verantwortlich und beschließt, dem übermächtigen Gegner den Kampf anzusagen. Es ist nicht das eine große und erschütternde Ereignis, das Mareike Fallwickls Protagonistin in Die Wut, die bleibt zu ihrer fast unglaublichen Tat treibt, sondern das ganz Alltägliche. Die Summe aus Überforderung, Einsamkeit, gesellschaftlicher Anforderung und Konditionierung, das fortwährende Überschreiten der eigenen Belastungsgrenze, das wohl viele Mütter gut nachvollziehen können. Radikal und erschütternd spannt Autorin Mareike Fallwickl einen großen Bogen über das moderne Frausein: von Mutterschaft zur Frage nach Kinderwunsch über den Gender-Care-Gap und den zerstörerischen Anspruch, allen Rollenmustern und Erwartungen gerecht werden zu müssen, hin zu einer jungen Generation, die bereit ist, all diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten über Bord zu werfen und zu befragen, was es heißt, heute eine Frau* zu sein und wie es gelingen könnte, mit althergebrachten Mustern zu brechen. Jorinde Dröse arbeitete von 2002 bis 2016 als Regisseurin an verschiedenen deutschsprachigen Theatern, u.a. dem Schauspiel Frankfurt, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Bochum, dem Thalia Theater Hamburg und dem Maxim Gorki Theater, wo sie 2010–2013 Hausregisseurin war. Seit 2009 arbeitet Jorinde Dröse als Mutter und war 2017–2021 als Waldpädagogin und Homeschooling-Teacher tätig. Im Jahr 2022 nahm Jorinde Dröse ihre Arbeit als Regisseurin wieder auf und inszeniert nun erstmals am Schauspiel Hannover. Regie: Jorinde Dröse Bühne: Katja Haß Kostüme: Juliane Kalkowski Musik: Jörg Kleemann Choreografie: Suzan Demircan Dramaturgie: Johanna Vater ca. 2 Stunden, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Richard III.

Schauspiel Hannover

Richard ist hässlich und verhasst. Dank einiger Morde, die er für seinen Bruder Edward während der Rosenkriege geleistet hat, ist dieser nun König. Für Richard hingegen bringt das Ende des Krieges keinen Frieden. Sein Hass auf die Gesellschaft sitzt zu tief. Und so tut er, was er am besten kann und mordet weiter. Sein Ziel: die Krone. Wenn er schon nicht Teil der Gesellschaft werden darf, will er sie wenigstens beherrschen. Kaltblütig und machtgierig räumt er alle aus dem Weg, die ihn daran hindern. Er weiß um die Manipulierbarkeit der Menschen und nutzt dieses Wissen – hellsichtig, heuchlerisch, verführerisch. In dieser Symbiose von moralischer Skrupellosigkeit und intellektueller wie sprachlicher Überlegenheit liegt auch seine Faszination, nicht nur für seine Mitläufer:innen und Feind:innen, sondern auch für das Publikum. Autor, Regisseur und Filmemacher Michel Decar wird sich Shakespeares berühmtem Bösewicht in einer Bearbeitung annehmen. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet (u.a. mit dem Kleistförderpreis und dem Brüder-Grimm-Preis) und seine Theaterstücke an über 50 Theatern im In- und Ausland gespielt. Die Zusammenarbeit zwischen Michel Decar und Regisseur Matthias Rippert begann bereits während des Studiums. Gleich zwei Arbeiten des Autorenduos Nolte Decar wurden in dieser Zeit von Rippert auf die Bühne gebracht: Maggie T und Der Volkshai. Die letztgenannte Inszenierung wurde mit dem Preis der Körber-Stiftung Junge Regie prämiert. Regisseur Matthias Rippert arbeitet u.a. am Deutschen Theater Berlin, Burgtheater Wien, Residenztheater München, Saarländischen Staatstheater, Landestheater Linz und Staatstheater Braunschweig. Am Schauspiel Hannover inszenierte er Nackt über Berlin von Axel Ranisch sowie Monte Rosa von Teresa Dopler, mit dem er zu den Mülheimer Theatertagen Stücke eingeladen wurde. Regie: Matthias Rippert Bühne: Fabian Liszt Kostüme: Johanna Lakner Musik: Robert Pawliczek Dramaturgie: Barbara Kantel ca. 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

Schauspiel Hannover

„Hier geht’s manchmal ziemlich zu.“ Es ist zwei Uhr nachts. Der Geschichtsprofessor George und seine Frau Martha kehren von einer der üblichen Meet & Greet Partys des Universitätsdekans heim. Spontan hat Martha noch ein junges Paar eingeladen: den Biologieprofessor Nick und seine Frau Putzi. Beide neu an der Uni und ahnungslos gegenüber den Abgründen, die sich ihnen an diesem Abend offenbaren werden, treten sie ein in die Ehehölle Marthas und Georges. Durch viel Alkohol angeheizt, beginnt deren kreative Paar-Performance – fulminant in ihrer Wut, rührend in ihrer Traurigkeit und uneinholbar in ihrer Unverschämtheit und ihrem Witz. Nach Nackt über Berlin von Axel Ranisch (2019/20), Monte Rosa von Theresa Dopler (2021/22) und Shakespeares Richard III. (2023/24) ist Wer hat Angst vor Virginia Woolf? von Edward Albee die vierte Arbeit von Matthias Rippert, der in seinen Inszenierungen stets das Komische in der Katastrophe sucht, hier am Schauspiel Hannover. Regie: Matthias Rippert Bühne: Fabian Liszt Kostüme: Johanna Lakner Musik: Robert Pawliczek Dramaturgie: Barbara Kantel ca. 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause
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Blutbuch

Schauspiel Hannover

„Wenn ich an dich denke, denke ich an all die Dinge, die wir uns nie sagen konnten und nie sagen können.“ Bisher erzählte immer Großmutter die Familiengeschichten. Aber sind sie wirklich so passiert? Oder hat die meist mies gelaunte alte Dame die Vergangenheit so gefärbt, wie sie es wollte? Jetzt, wo ihre Erinnerungen allmählich verblassen, ist es für die Hauptfigur in Blutbuch an der Zeit, selbst in die Geschehnisse einzutauchen. Eine turbulente Odyssee durch ihre eigene Biografie beginnt. Dabei stößt sie auf Ereignisse, die aufwühlen, an die sie nicht erinnert werden möchte. Doch immer wenn ein warmer Sommerwind durch die Blutbuche im Garten weht, schöpft sie wieder Kraft und schreibt die Familiengeschichte neu. Ihre Version der Geschichte. Früher fühlte sich ihr eigener Körper fremd an, wie abkoppelt von dem Selbst. Heute identifiziert sie sich als nicht binär. Ihr neugewonnenes Bewusstsein bietet ihrem Körper zum ersten Mal ein Zuhause. Kim de l’Horizons unter anderem mit dem Deutschen und dem Schweizer Buchpreis prämierter Debütroman gleicht formal und inhaltlich einem Kaleidoskop, so schimmernd und kontrastreich, wie Persönlichkeiten es sind, die das Schubladendenken als obsolet entlarven. Blutbuch ist die dritte Arbeit des Regisseurs und Bühnenbildners Ran Chai Bar-zvi am Schauspiel Hannover. Wie Kim de l’Horizons Versuch, alte Zuschreibungen zu durchbrechen und neue Möglichkeitsräume zu öffnen, wird die Inszenierung von Ran Chai Bar-zvi durch die Genres springen und nach neuen Erzählformen forschen. Regie: Ran Chai Bar-zvi Bühne: Ran Chai Bar-zvi Kostüme: Rahel Künzi Video: Pata Popov Dramaturgie: Michael Letmathe ca. 2 Stunden, keine Pause
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Prima Facie

Schauspiel Hannover

„Ein guter Verteidiger erzählt lediglich die beste Version der Geschichte seines Mandanten.“ Tessa ist Strafverteidigerin. Und sie ist gut darin. Gut darin, Männer zu verteidigen, die wegen sexueller Übergriffe vor Gericht stehen. Ihr geht es darum, die juristische Wahrheit herauszufinden und weniger um die Moral: Sie muss die angeklagten Männer erfolgreich rausboxen. In ihrem Beruf steht Wort gegen Wort. Seit dem Jurastudium hat Tessa das Gefühl, sich beweisen zu müssen: Eine:r von dreien werde den Abschluss nicht schaffen, wurde den angehenden Jurist:innen zu Beginn des Studiums prophezeit. Trotz ihres weniger privilegierten Hintergrunds ist es Tessa gelungen, sich durchzukämpfen, und auf ihre Hartnäckigkeit ist sie stolz. Hinter ihre Fassade lässt sie selten blicken. Aber dann ist da ihr Kollege Julian. Und eine Nacht mit ihm, nach der Tessa auf der anderen Seite des Gerichtssaals steht. Sie will kein Opfer sein, aber das Recht, dessen Spielraum sie so lange genutzt hat, scheint dieses Mal nicht auf ihrer Seite. Stattdessen wird ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt, bis sie selbst anfängt, ihre Wahrnehmung der Ereignisse anzuzweifeln. Tessa muss sich dem Kreuzverhör stellen und beginnt, alles zu hinterfragen. Wie kann sie aus einem System ausbrechen, in dem die Erfahrungen von Frauen immer noch nicht gehört werden? Ein System, in dem Gewalt gegen Frauen Alltag ist, und in dem die MeToo-Bewegung zu einer Abwehrreaktion der etablierten patriarchalen Macht geführt hat? Mit diesem, ihrem Prozess verändert sich Tessas Sicht auf die Rechtsprechung und auf das Verhältnis zwischen denen, die Gewalt ausüben, und jenen, denen Gewalt angetan wird. Nichts kann mehr so sein, wie es vorher war. Suzie Millers Monolog, der mit großem Erfolg am Londoner West End lief, ist eine aktuelle und schonungslose Befragung des Konflikts zwischen Integrität, Wahrheit und Gesetz. Mit Prima Facie inszeniert Regisseurin Seline Seidler ihr Debüt im Ballhof Eins. Regie: Seline Seidler Bühne: Florence Schreiber Kostüme: Sarah Meischein Musik: Lila-Zoé Krauß Dramaturgie: Vanessa Hartmann ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert

Schauspiel Hannover

„And so We find ourselves Trying Again I found myself On the other side Typing Trying Rewriting Erasing The past.“ Zuerst ist dies die Geschichte eines Hauses. Eines Konstrukts. Es ist unser Haus. Aber es gehört uns nicht. Wir leben hier, wir dienen hier, wir dienen unserer Hausherrin. Kennen Sie sie überhaupt? Nora. Bei jeder Aufführung warten wir, bis sie es geschafft hat, sich zu emanzipieren, ihren Mann zu verlassen und die Tür hinter sich zu schließen. Dann endlich können wir unsere Schürzen ausziehen und hoffen, dass wir den letzten Bus bekommen – wer kann sich schon ein Taxi leisten? Ihre Geschichte wurde unzählige Male inszeniert, doch eine Sache scheint sich nie geändert zu haben: wir. Seit Jahrhunderten stehen wir vor Ihnen, doch Sie kennen uns noch immer nicht. Oder wissen Sie, wer Anne-Marie ist? Haben Sie mitbekommen, wie viel Geld der Paketbote bekommt und wie viel der Schauspieler, der ihn spielt? Dieser Abend wird keine weitere Überschreibung der Geschichte unserer Chefin werden, nicht noch eine. Wie wir schon sagten: Als Allererstes ist dies die Geschichte eines Hauses. Unseres Hauses. Die preisgekrönte Autorin Sivan Ben Yishai schreibt eine Meditation über Ibsens Nora, über das Puppenhaus – aber auch das Herrinnenhaus. In der Spielzeit 2022/23 inszenierte bereits Julia Wissert in Hannover ihr Stück Liebe / Eine argumentative Übung. Regisseurin Marie Bues wird das Auftragswerk inszenieren. Seit der Spielzeit 2023/24 ist sie neben ihrer Regietätigkeit auch Leiterin des Schauspielhauses Wien und hat sich in besonderer Weise der Erarbeitung zeitgenössischer Stoffe verschrieben. In Hannover inszenierte sie Thomas Koecks Antigone-Überschreibung und die Klimatrilogie, Kevin Rittbergers Wir sind nach dem Sturm und Wolfram Lotz' Die Politiker. Sivan Ben Yishai und Marie Bues verbindet eine lange und intensive Arbeitsbeziehung. Regie: Marie Bues Bühne: Katja Haß Kostüme: Sophie Klenk-Wulff Musik: Christine Hasler Video: Mirko Borscht Choreografie. Bahar Meriç Dramaturgie: Nora Khuon ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

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