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Erlebnisse / Musical Chormusical
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Aufführungen / Theater die hinterbuehne Hannover, Hildesheimer Str. 39a
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Sa 30.5.2026, 20:00 Uhr
Aufführungen / Aufführung THEATER AN DER GLOCKSEE
Sa 30.5.2026, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Commedia Futura Hannover, Seilerstr. 15 F
Aufführungen / Theater Die kleine Bühne Hannover Hannover, Dessauerstr. 2
Aufführungen | Oper

Die tote Stadt

Staatsoper Hannover

Libretto von Paul Schott nach Georges Rodenbach „Wie weit soll unsre Trauer gehn, wie weit darf sie es, ohn’ uns zu entwurzeln?“ Paul Nach dem Tod seiner Frau Marie lebt Paul zurückgezogen und isoliert in seiner Wohnung. Nur zu seinem Freund Frank und zu Brigitta, die ihm den Haushalt organisiert, hat er noch Kontakt. Doch als Paul auf der Straße die Tänzerin Marietta kennenlernt, die Marie verblüffend ähnlich sieht, nimmt sein von Trauer geprägtes Leben eine Wendung: Während Paul versucht, Marietta mehr und mehr an seine verstorbene Frau anzugleichen, wird der innere Konflikt zwischen Realität und Wunschbild immer raumeinnehmender. Marietta spielt das Spiel zunächst mit, lässt sich aber in ihrer Eigenständigkeit und Freiheit nicht beschränken. Mit Die tote Stadt schuf Erich Wolfgang Korngold 1920 mit gerade einmal 23 Jahren ein kluges Spiel der Trauerbewältigung aus Traum und Wirklichkeit. Während sich die erzählerischen Ebenen untrennbar vermischen, entwickelte Korngold dazu eine fein ausgeklügelte Partitur, die „Traumarbeit“ zum musikalischen Prinzip erklärt. Seine überwältigende, farbenreiche Instrumentation macht die Geschichte um Paul und Marietta zum sinfonischen Trip einer folgenreichen Begegnung. Die Regisseurin Ilaria Lanzino richtet mit Die tote Stadt den Blick auf ein Reich jenseits der Schwelle – ein post-mortem Abstieg in die Welt einer Frau, die sich das Leben nahm. Nach dem plötzlichen Verlust bleiben bei den Zurückgebliebenen Fragen, die sie nicht loslassen. Im Zentrum steht Paul, dessen Suche ihn in die Tiefen einer ungreifbaren Wahrheit führt: Wer war die Frau an seiner Seite – und was blieb ihm zu Lebzeiten an ihr verborgen? Zwischen Erinnerung und Halluzination, Sehnsucht und Trugbild entfaltet sich ein vielschichtiges Kammerspiel über Verlust, rätselhafte Nähe und die Unmöglichkeit, den anderen je vollständig zu kennen. Musikalische Leitung: Mario Hartmuth Inszenierung: Ilaria Lanzino Bühne: Martin Hickmann Kostüme: Vanessa Rust Licht: Johannes Paul Volk Video: Max Schweder Chor: Lorenzo Da Rio Kinderchor: Tatiana Bergh Dramaturgie: Christian Förnzler Xchange: Siiri Niittymaa Chor der Staatsoper Hannover Kinderchor der Staatsoper Hannover Niedersächsisches Staatsorchester Hannover Deutsch mit deutschen und englischen Übertiteln Einführung: 45 Minuten vor Beginn
Aufführungen | Ballett

Verwandlungen

Staatsoper Hannover

I'm afraid to forget your smile Choreografie, Bühne und Kostüme: Imre van Opstal / Marne van Opstal Bühne und Licht: Tom Visser Choreografische Einstudierung: Chloé Albaret / Benjamin Everett / Kenedy Kallas Mit: Antoine Charbonneau / Kade Cummings, Camryn Pearson / Jay Ariës, Jeremy Villas / Luca Branca, Martin Balabán / Makani Yerg, Alisa Uzunova / Oriana Mestre Oliveira, Emily Seymour / Sofia Fagioli Schmetterling Choreografie, Bühne und Kostüme: Sol León / Paul Lightfoot Licht: Tom Bevoort Projizierte Fotografien: Rahi Rezvani Choreografische Einstudierung: Chloé Albaret / Jorge Nozal / Lauretta Summerscales / Roger Van der Poel Mit: Natalie Wong / Diana van Godtsenhoven, Carl van Godtsenhoven / John Hackett, Kade Cummings / Jay Ariës, Martin Balabán / Camryn Pearson, Edward Nunes / Lorenzo Alberti, Luca Branca, Daniel Róces / Sofia Fagioli, Alisa Uzunova, Stella Tozzi / Tania Angelovski, Emily Seymour / Oriana Mestre Oliveira, Makani Yerg / Antoine Charbonneau „Es sind deine Flügel, die dich schön machen.“ The Magnetic Fields Die Flüchtigkeit des Lebens und die Schönheit des Augenblicks — welche Kunstform vermag diese besser zu erforschen als der Tanz? Für die Premiere Verwandlungen hat Ballettdirektor Goyo Montero zwei Generationen von Künstlerduos eingeladen, die mit ihrer einzigartigen Bewegungssprache fragen: Was sind unsere Vorstellungen von Leben und Tod? Wohin gehen wir? Welche Veränderungen streben wir an? Sol León und Paul Lightfoot prägten über Jahrzehnte als Tänzerin und Tänzer, Choreografen und künstlerische Leiter das Nederlands Dans Theater Den Haag. Seit 1989 bilden sie als gleichberechtigt arbeitendes Duo ein kreatives Epizentrum. Tänzerkarriere machten auch die Geschwister Imre und Marne van Opstal beim NDT. Heute zählen sie mit ihren skulpturalen Choreografien zu den interessantesten Stimmen im zeitgenössischen Tanz. Mit I’m afraid to forget your smile kreierten sie 2022 zu Chorwerken von archaischer Schönheit und meditativer Kraft einen berührenden Kampf gegen die Vergänglichkeit. Schmetterling von Sol León und Paul Lightfoot erzählt in starken Bildern, aber auch mit feiner Poesie und subtilem Humor eine fragile Geschichte des Abschieds zwischen einer Mutter und ihrem Sohn. „Im Wort Schmetterling ist alles enthalten, was dieses Ballett ausmacht: die Flüchtigkeit einer Aufführung, das absurde Kabarett des Lebens und das schnelle Vergehen der Zeit“, so Paul Lightfoot über das 2010 zu Musik von Max Richter und Love Songs der Indie-Rock-Band The Magnetic Fields kreierte Tanzstück. ca. 1 Stunde 45 Minuten, eine Pause Einführung: 45 Minuten vor Beginn
Aufführungen | Oper

Homo Oeconomicus

Staatsoper Hannover

Oper von Andrea Tarrodi Libretto von Helena Röhr Uraufführung. Ein Auftragswerk der Staatsoper Hannover „Wären es ‚Lehman Sisters‘ und nicht ‚Lehman Brothers‘ gewesen, sähe die Welt heute vielleicht ganz anders aus.“ Christine Lagarde Als Adam Smith, der Begründer der politischen Ökonomie, an seinem Hauptwerk Der Wohlstand der Nationen arbeitete, lebte er mit seiner Mutter Margareth Douglas zusammen. Dass jeder seinen eigenen Vorteil verfolge, so Adam Smith, sei Grundlage für das Wohlergehen der ganzen Gesellschaft. Als er diesen Grundgedanken ausarbeitete, sorgte seine Mutter für sein alltägliches Wohlergehen. Und vermutlich kochte sie ihm auch an dem Tag ein Abendessen, als er schrieb: „Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen.“ 250 Jahre nach der Erstveröffentlichung von Der Wohlstand der Nationen fragen die Komponistin Andrea Tarrodi und ihre Librettistin Helena Röhr sich: Hat Adam Smith vielleicht etwas übersehen? Bauen unsere heutigen Ideen von Wirtschaft nach wie vor nur auf die halbe Wahrheit? Die international gefragte schwedische Komponistin Andrea Tarrodi ist berühmt für ihre vielfarbigen, impressionistisch anmutenden Orchesterwerke. Zusätzlich tritt sie jedoch auch als Singer-Songwriterin auf. In diesem Auftragswerk der Staatsoper Hannover können sich beide Seiten der Komponistin in einer ebenso unterhaltsamen wie vielschichtigen Kammeroper verbinden. Gemeinsam mit der auch regieführenden Helena Röhr entsteht eine Oper über Wirtschaft und Alltag, über Mütter, über rationale und nicht so rationale Entscheidungen, über Männlichkeit und Weiblichkeit und das, was wir dafür halten. Musikalische Leitung: Hyerim Byun Inszenierung: Helena Röhr Bühne: Maike Simon Kostüme: Natalie Nazemi Licht: Uwe Wegner Kinderchor: Tatiana Bergh Dramaturgie: Ann-Christine Mecke Xchange: Matthias Brandt Einführung: 45 Minuten vor Beginn
Aufführungen | Schauspiel

PRIDE

Schauspiel Hannover

„I wish we could just be there touching kissing listening to some soft music with only the sky and stars above us, forgetting about our history, our wars and everything that might tear us apart.“ Herzlich Willkommen. Komm rein! Feier mit uns, hör mit uns Musik, denk mit uns nach über Liebe, über Verzweiflung, über die Angst vor der Einsamkeit — und über Mut. Denn es bedeutet manchmal großen Mut, sein wahres Ich zu zeigen. Gemeinsam mit den neuen Ensemblemitgliedern des Schauspiel Hannover und einem internationalen Tanz-Ensemble erkundet der Autor und Regisseur Falk Richter Geschichten über Stolz und Scham, über das Leben als queere* Person und über die Ängste und Hoffnungen, die mit einem Outing einhergehen. Die mediale Crossover-Inszenierung „PRIDE“ lädt das Hannoveraner Publikum auf eine eindrückliche Reise durch die widerständige, unsichtbar gemachte, bundesrepublikanische (und niedersächsische) Geschichte und Gegenwart ein. Dabei werden die Errungenschaften sowie die aktuelle Gefährdung des Kampfes für die Gleichheit und Freiheit aller Menschen durch ein diverses Ensemble aus unterschiedlichen Generationen und mit unterschiedlichen Perspektiven erzählt — sodass ein vielschichtiges, intimes Porträt von Deutschland im Herbst 2025 entsteht. Falk Richter, selbst in Buchholz, Niedersachen aufgewachsen und ausgezogen, um einer der spannendsten Regisseure Europas zu werden, ist ein Meister, wenn es um die Verknüpfung des Privaten mit dem Politischen geht. Ihm gelingt es, aus persönlichen und fiktionalen Geschichten eine Chronik der Gegenwart zu erschaffen. Dabei ist er als Autor und Regisseur immer berührend, nahbar, politisch und humorvoll zugleich — zuletzt in seiner zum Berliner Theatertreffen eingeladenen Inszenierung „The Silence“, in der er sich auf die Suche nach den Gründen für das Schweigen machte, das seine Kindheit und Jugend in der Nordheide geprägt hat. Die Uraufführung fand 2021 am Königlichen Dänischen Theater in Kopenhagen statt. *) Erklärung: „Queer“ ist ein Sammelbegriff für Menschen, die sich nicht der heteronormativen Gesellschaft zugehörig fühlen. Das können sein: — Lesben und Schwule: Menschen, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. 
 — Bisexuelle: Menschen, die sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen. 
 — Transgender: Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. 
 — Intersexuelle: Menschen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig weiblich oder männlich sind. 
 — Menschen, die sich als nicht-binär oder genderqueer bezeichnen: Menschen, die sich nicht als ausschließlich weiblich oder männlich identifizieren. 
 Kurz gesagt: „Queer“ ist ein Dachbegriff für Menschen, die von der heteronormativen Vorstellung von Geschlecht und Sexualität abweichen. Außerdem beschreibt „queer“ auch eine Haltung, die gesellschaftliche Normen und Kategorien hinterfragt. Inszenierung: Falk Richter Bühne: Wolfgang Menardi Kostüm: Andy Besuch Musik: Nils Ostendorf Video: Signe Emma Licht: Oliver Hisecke Choreografie: Sofia Södergård Dramaturgie: Valerie Göhring Deutschsprachige Erstaufführung von Falk Richter In deutscher und englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer: ca. 3 Std., mit 30 Min. Pause
Aufführungen | Schauspiel

Blutbuch

Schauspiel Hannover

in einer Fassung von Ran Chai Bar-zvi und Michael Letmathe „Wenn ich an dich denke, denke ich an all die Dinge, die wir uns nie sagen konnten und nie sagen können.“ Bisher erzählte immer Großmutter die Familiengeschichten. Aber sind sie wirklich so passiert? Oder hat die meist mies gelaunte alte Dame die Vergangenheit so gefärbt, wie sie es wollte? Jetzt, wo ihre Erinnerungen allmählich verblassen, ist es für die Hauptfigur in „Blutbuch“ an der Zeit, selbst in die Geschehnisse einzutauchen. Eine turbulente Odyssee durch ihre eigene Biografie beginnt. Dabei stößt sie auf Ereignisse, die aufwühlen, an die sie nicht erinnert werden möchte. Doch immer wenn ein warmer Sommerwind durch die Blutbuche im Garten weht, schöpft sie wieder Kraft und schreibt die Familiengeschichte neu. Ihre Version der Geschichte. Früher fühlte sich ihr eigener Körper fremd an, wie abkoppelt von dem Selbst. Heute identifiziert sie sich als nicht binär. Ihr neugewonnenes Bewusstsein bietet ihrem Körper zum ersten Mal ein Zuhause. Kim de l’Horizons unter anderem mit dem Deutschen und dem Schweizer Buchpreis prämierter Debütroman gleicht formal und inhaltlich einem Kaleidoskop, so schimmernd und kontrastreich, wie Persönlichkeiten es sind, die das Schubladendenken als obsolet entlarven. „Blutbuch“ ist die dritte Arbeit des Regisseurs und Bühnenbildners Ran Chai Bar-zvi am Schauspiel Hannover. Wie Kim de l’Horizons Versuch, alte Zuschreibungen zu durchbrechen und neue Möglichkeitsräume zu öffnen, wird die Inszenierung von Ran Chai Bar-zvi durch die Genres springen und nach neuen Erzählformen forschen. Kurt-Hübner-Regiepreis für Regisseur Ran Chai Bar-zvi Regie: Ran Chai Bar-zvi Bühne: Ran Chai Bar-zvi Bühne Mitarbeit: Margarete Albinger Kostüme: Rahel Künzi Video: Pata Popov Dramaturgie: Michael Letmathe Dauer: ca. 2 Std. 5 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Heimsuchung

Schauspiel Hannover

„Ein Haus die dritte Haut, nach der Haut aus Fleisch und der Kleidung“ In einem Haus in Brandenburg wütet die deutsche Geschichte: Jenny Erpenbeck beschwört 15 Menschen und Schicksale, die über einen Zeitraum von 100 Jahren dieses Haus bevölkern und sich in ihm ablagern, überschneiden, spiegeln, kreuzen und brechen. Vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, die DDR und die Nachwende-Zeit entblättert sich so ein Panorama deutscher Realitäten und der jedem System und jeder Epoche immanenten Gewalt. Die Bewohner*innen des Hauses sind Urheber*innen und Opfer dieser Gewalt, sind Geworfene der Zeit und bezeugen mit ihren Existenzen, dass politischer und gesellschaftlicher Wandel auf Verdrängung und Besetzung basiert. Alle Schicksale eint eine jeweils individuelle Suche nach Heimat und Glück, deren Erfüllung stets nur temporär gelingt — bevor das Rad der Geschichte sich weiterdreht und aus Angekommenen Vertriebene macht. Jenny Erpenbeck, Gewinnerin des International Man Booker Prize, verarbeitet in „Heimsuchung“ auch die eigene (ost-)deutsche Herkunft und untersucht das Verhältnis von Zeitgeschichte und Individuum. Adrian Figueroa arbeitet als Regisseur für Film und Theater. Er studierte in London Angewandtes Theater und war zuletzt regelmäßig am Staatsschauspiel Dresden und dem Düsseldorfer Schauspielhaus tätig. Auch mit Jugendlichen und Inhaftierten der JVA Tegel arbeitet er. Adrian Figueroas Inszenierungen zeichnen sich durch eine hohe atmosphärische Dichte und Genauigkeit aus und stellen ihre Schauspieler*innen ins Zentrum. In seiner Inszenierung von „Arbeit und Struktur“ machte er in Düsseldorf das Leben, Schreiben und Sterben des Autors Wolfgang Herrndorf mit Hilfe eines kongenialen Konzepts von Video, Licht und Bühne eindrücklich erfahrbar. Seine Inszenierung von „Draußen vor der Tür“, ebenfalls für das Düsseldorfer Schauspielhaus, wurde jüngst zum Festival „Radikal jung“ eingeladen. Inszenierung: Adrian Figueroa Bühne: Irina Schicketanz Kostüm: Malena Modéer Musik: Ketan Bhatti Video: Guillaume Cailleau Mitarbeit Video: Elena Tilli Licht: Hendrik Möschler Dramaturgie: Tobias Kluge Dauer: ca. 1 Std. 40 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Wut, die bleibt

Schauspiel Hannover

Koproduktion mit den Salzburger Festspielen „Es gibt kein geheimes Wissen, das uns zu Müttern macht. Aber jeder erwartet, dass wir ab der Sekunde der Geburt nie einen Fehler im Umgang mit dem Kind machen, weil wir angeblich einen Instinkt dafür haben.“ Drei Frauen, die mit ihren Ansprüchen an Familie, Freundschaft und Glücksversprechen kämpfen: Mareike Fallwickls Erfolgsroman fragt, wie ein Leben inmitten verschiedener Bedürfnisse und Anforderungen gelingen kann. Alles beginnt mit einer unfassbaren Tat: Wortlos steht Helene, Mutter von drei Kindern, vom Abendessen auf und stürzt sich vom Balkon. Sarah, ihre beste Freundin, unterstützt die trauernde Familie. Doch ihr eigenes Leben gerät dabei wie selbstverständlich in den Hintergrund und ein Gefühl bahnt sich den Weg an die Oberfläche: Wut. Lola, Helenes Tochter, fühlt diese Wut noch stärker, ihre Anklage richtet sich gegen das Patriarchat an sich, dem sie entschlossen den Kampf ansagt. Regie: Jorinde Dröse Bühne: Katja Haß Kostüme: Juliane Kalkowski Musik: Jörg Kleemann Choreografie: Suzan Demircan Dramaturgie: Johanna Vater Dauer: 2 Std. 10 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Der Großinquisitor

Schauspiel Hannover

„Nichts ist verführerischer für den Menschen als die Freiheit seines Gewissens, aber nichts ist für ihn auch qualvoller.“ Wie viel Freiheit will der Mensch. Also wirklich. Hält er sie überhaupt aus? Vor fast 150 Jahren hat Fjodor Dostojewskij diese brisante Frage in seiner Erzählung vom „Großinquisitor“ gestellt. Spontan würden wir sagen: Freiheit ist das höchste Gut, nach dem alle streben. Für ihre Memoiren wählte Angela Merkel als Titel ausgerechnet: „Freiheit“. „Freedom“ war der Wahlkampfsong von Kamala Harris bei der US-Wahl 2024 gegen Donald Trump; doch offenbar wog der Wunsch nach Freiheit weniger schwer als der Wunsch nach Führung und Autorität, nach dem vermeintlich starken Mann, der Orientierung und Sicherheit verspricht, auch um den Preis vieler Freiheiten. Und wenn wir tief in uns hineinhorchen: Überfordert uns die Freiheit nicht auch oft? Wäre es nicht angenehmer, jemand würde uns all das abnehmen? Dostojewskij berichtet von Jesus, der zur Zeit der spanischen Inquisition auf die Erde zurückkehrt, vom katholischen Großinquisitor, der ihn einsperrt und verhört, und von einem brennenden Kuss. Ensemblemitglied Michael Lippold holt die Geschichte als teuflischen Monolog in den Ballhof. Hans Dreher und Michael Lippold lernten sich 2005 am Schauspielhaus Bochum kennen, als Dreher Regieassistent war und mit dem „Traum eines lächerlichen Menschen“ seine erste Inszenierung vorlegte — ebenso nach einer Erzählung von Dostojewskij und ebenfalls als Solo mit Michael Lippold. Später eröffnete Dreher in Bochum das Rottstr 5 Theater, eine inzwischen legendäre Off-Spielstätte, die er zehn Jahre leitete. Dort entstand „Der Großinquisitor“, der zuletzt auch am Schauspielhaus Bochum zu sehen war. Von 2019 bis 2025 leitete Hans Dreher als Co-Intendant das Prinz Regent Theater in Bochum. Übernahme vom Rottstr 5 Theater Bochum Inszenierung: Hans Dreher Bühne und Kostüm: Hans Dreher, Michael Lippold Licht: Erik Sonnenfeld Dauer: ca. 1 Std. 10 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Schwindel

Schauspiel Hannover

Premiere: 22.5.2026 „It don’t mean a thing, if it ain‘t got that swing“ Haben Sie schon mal einen Satz sehr oft gelesen und dann plötzlich eine neue Bedeutung darin entdeckt? Oder haben unzählige Male im Alltag dasselbe Bild angeschaut und plötzlich etwas Neues gesehen und sich gefragt: Wieso ist mir das noch nie aufgefallen? Die einzigartigen, lustvollen und urkomischen Theaterarbeiten von Herbert Fritsch leben oft von Wiederholung. Da wiederholen die Körper Abläufe, bis sie durchdrehen, wie die schwindelfreien Derwische. Da drehen sich Sätze im Kreis und klingen wie Musik. Da verschwindet der Sinn, taucht im nächsten Moment ganz neu wieder auf und lässt einen überrascht losprusten. Manchmal muss einem vielleicht erst schwindelig werden, für festen Boden unter den Füßen, und manchmal, da entdeckt man im Schwindel eine neue Wahrheit. Wenn dieses Heft gedruckt wird, dann weiß noch niemand, was später auf der Bühne passiert. (Ein Themenabend über Schwindel wird es aber nicht.) Der Titel ist bei Herbert Fritsch ein Impuls. Ein Impuls, auf die Bühne zu gehen und zu handeln und zu sprechen. Denn immerhin ist das Schwindeln im Theater sowas wie unser Berufsbild. Entscheidend aber ist die Lust. Entscheidend ist die Freude. Denn: „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing.“ Regie Herbert Fritsch war lange Schauspieler, bevor er die Seiten wechselte und als Regisseur seine unnachahmliche Art von Theater entwickelte. Seitdem hat er im ganzen deutschsprachigen Raum inszeniert: Eigene Kreationen, Opern, klassische Dramen und auch mal einen Text, der nur aus einem einzigen, sich wiederholenden Wort besteht. Parallel arbeitet Herbert Fritsch als Medienkünstler im Bereich Foto- und Videotechnik und zeigte Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz. Mit seinen stilprägenden Theaterarbeiten war er bereits sieben Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen und wurde für seine Verdienste um das deutschsprachige Theater mit dem Theaterpreis Berlin ausgezeichnet. Inszenierung, Bühne und Kostüm: Herbert Fritsch Musik: Charlie Casanova Licht: Hendrik Möschler Dramaturgie: Fabian Schmidtlein
Aufführungen | Schauspiel

Ein Mann seiner Klasse

Schauspiel Hannover

Christian und sein Bruder Benny ziehen die Bettdecken über die Köpfe und halten die Luft an, wenn drüben der Vater die Mutter gegen die Wand schleudert. Die Gewalt ist zur Normalität geworden, genauso wie die Armut, in der sie leben, und der Reflex, nichts nach außen dringen zu lassen, bloß nicht aufzufallen. Die Wutausbrüche des trinkenden Vaters sind unberechenbar und exzessiv, und doch hofft Christian immer, dass er bleibt. Er schaut auf zu dem Mann, der eine Waschmaschine alleine in den vierten Stock tragen kann und die Familie davor beschützt, im Kalkofen zu landen, dem Viertel, in dem die wohnen, denen es noch schlechter geht. Unter den abfälligen Blicken der Nachbarn scheint die Zukunft der Kinder bereits vorgezeichnet. Als die Mutter ernsthaft erkrankt, schreitet eine couragierte Tante ein und die Dinge beginnen sich zu verändern. Als einer, der davonkam, blickt Autor Christian Baron in seinem 2020 erschienenen Debütroman zurück auf eine Arbeiterkindheit in Kaiserslautern und stellt die Frage, wer oder was seinen Vater zu dem machte, der er war. Baron erzählt von skandalöser Armut in einem reichen Land, von den wirkungsvollen Mechanismen der Ausgrenzung, vom Ringen um Stolz und Würde und hält dem Hohn der Gesellschaft eine berührende Familienbiografie entgegen. Lukas Holzhausen ist Schauspieler und Regisseur. Seit der Spielzeit 2019/20 ist er fest im Ensemble des Schauspiel Hannover, hier inszeniert er in dieser Spielzeit außerdem Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch. Bei nassem Schnee. Regie: Lukas Holzhausen Bühne und Kostüme: Katja Haß Musik: Robert Pawliczek Dramaturgie: Annika Henrich Dauer: ca. 2 Std., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Wanja

Schauspiel Hannover

„Wir werden uns erinnern, wie unglücklich wir jetzt sind, und wir werden lächeln, und wir werden lachen. Das glaube ich wirklich.“ Ivan hätte Künstler werden können. Aber er verwaltet seit Jahren ein Landgut. Eines Tages nistet sich sein Schwager Alexander dort ein: ein früher mal erfolgreicher Filmregisseur, den er finanziell unterstützt. Ivans Nichte Sonia ist derweil schwer verliebt in den Landarzt, der aber nur Augen für Helena hat — Alexanders zweite Frau. In ihrem Selbstmitleid glauben sie alle, allein zu sein. Dabei sind sie sich ähnlicher, als sie denken. Dann fällt ein Schuss. Unerfüllte Hoffnungen und Träume, nicht erwiderte Liebe — „Wanja“ zeigt, wie unglücklich das Leben verlaufen kann... und wie herzergreifend komisch. Liebevoll offenbart das Stück, wie lächerlich wir manchmal sind, und ist dabei doch zum Mit-Leiden, Mit-Hoffen, Mit-Weinen. Simon Stephens hat „Onkel Wanja“ sanft modernisiert und daraus einen Monolog entwickelt, in dem ein einziger Schauspieler alle acht Rollen spielt. So zeigt sich noch eindrücklicher, wie einsam alle Figuren des Tschechow-Universums sind und wie viel sie doch gleichzeitig miteinander verbindet. In unserer Inszenierung wird der Schauspieler Jirka Zett zu erleben sein und unter Beweis stellen, wie im Theater dank der Fantasie des Publikums aus dem Nichts eine ganze Welt entstehen kann. Nach ersten Inszenierungen in der deutschen Theaterlandschaft verschlug es Katharina Birch nach London, wo sie acht Jahre lebte und für das Royal Court Theatre, die Garden Opera Company und weitere Kompanien und Theater arbeitete — unter anderem auch mit Simon Stephens. Aus England hat sie eine besondere Lust aufs Geschichten erzählen mitgebracht und die Überzeugung, dass es bereichernd ist, Texten sehr zu vertrauen. Mit diesem Gedanken im Gepäck ist sie seit ein paar Jahren zurück in Deutschland und inszeniert unter anderem am Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Hannover, am Deutschen Theater Göttingen, TJG Dresden und am Theater Münster. Inszenierung: Katharina Birch Bühne und Kostüm: Georg & Paul Licht Tobias Reichstein Dramaturgie: Fabian Schmidtlein Dauer: ca. 1 Std. 40 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Tage der Hyäne

Schauspiel Hannover

„Was mich betrifft, könnten die Erde zerstört, die Urwälder verbrannt und die Gewässer verschlammt werden, aber ich möchte trotzdem ein Kind haben.“ Haben Sie sich in einer gynäkologischen Praxis auch schon einmal gefragt, wohin eigentlich mit der Unterhose? Wie über die Nachwirkungen einer Schwangerschaft sprechen, ohne rot anzulaufen? Und was tun, wenn zwischen kinderlosen Freund*innen plötzlich diese unangenehme Stille entsteht – oder der verächtliche Blick das schreiende Baby trifft? „Die Tage der Hyäne“ behandelt diese Fragen ehrlich, humorvoll und vielschichtig. Die finnische Autorin Saara Turunen erzählt von einer Schriftstellerin, die sich sehnlichst ein Kind wünscht. Von unerbittlichem Ehrgeiz getrieben, ordnet sie sich diesem Ziel vollkommen unter – bis sie sich plötzlich im Körper einer Hyäne wiederfindet, jenes Tiers, das als Aasfresser, Alphaweibchen und für sein hämisches Lachen bekannt ist. Turunen zeichnet das eindrückliche Bild eines Körpers, der fremd geworden ist – und erzählt vom Verschwinden des Rationalen zugunsten eines archaischen, instinktiven Selbst. Wie schon in früheren Arbeiten widmet sie sich dabei weiblichen Lebensentwürfen. Mit einem feinen Gespür für das Skurrile im Alltäglichen erforscht sie, was eine Fruchtbarkeitsbehandlung für den Körper einer Frau bedeutet, warum Fortpflanzung so häufig über Kontrolle definiert wird und wie gesellschaftliche Erwartungen die eigene Wahrnehmung prägen. Turunen thematisiert Mutterschaft nicht diskursiv, sondern radikal visuell – so präzise wie beiläufig, so humorvoll wie eindringlich. Dabei gelingt es ihr, dem Publikum die Empfindungen der Protagonistin ganz nah zu bringen – man kann mitfühlen, nachvollziehen oder sich an eigene Erlebnisse erinnern. Gerade darin liegt die besondere Kraft ihrer Inszenierung: Mithilfe einer klaren Theatersprache, eindrucksvoller Bilder und einer besonderen Musikalität, in der Donna Summer auf Edvard Grieg trifft, verleiht sie den inneren Zuständen ihrer Figuren Gestalt. Neben dem Porträt eines Lebensabschnitts entfaltet sich zugleich eine Reflexion über Kontrolle, Durchhalteideale und die Mechanismen einer Leistungsgesellschaft. „Die Tage der Hyäne“ richtet sich dabei an alle, die jemals nach etwas gestrebt, Rückschläge erlebt und sich plötzlich in einer fremden Welt wiedergefunden haben. Saara Turunen arbeitet als Regisseurin und Autorin in Helsinki und international. In ihren Werken untersucht sie weibliche Perspektiven und Identitätsfragen im Spannungsfeld gesellschaftlicher Normen. Ihr Theater ist radikal visuell – sie verdichtet Emotionen zu kraftvollen Bildern, die im Gedächtnis bleiben. Mit komplexen Soundlandschaften und klaren Kompositionen schafft sie Zugänge zu Gefühlen, die tief im Inneren verborgen scheinen. Ihre Arbeiten wurden in fünfzehn Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Inszenierung: Saara Turunen Bühne: Milja Maaria Aho Choreografie: Janina Rajakangas Kostüm: Liisa Pesonen Video: Ainu Palmu Licht: Ainu Palmu, Mario Waldowski Sound: Tuuli Kyttälä Dramaturgie: Mira Gebhardt Dauer: ca. 1 Std. 30 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Frau mit den vier Armen

Schauspiel Hannover

„Es war das erste Mal seit der Expo 2000, dass Dinge, die in Hannover passierten, den Rest der Republik interessierten.“ Tatort Hannover. Am Ufer der Ihme wird ein junger Mann, die Inlineskates noch an den Füßen, tot aufgefunden. Ein Mordfall mit allem, was dazugehört: ein Ermittlungsteam, das im Dunkeln tappt, Obduktionsberichte, Verhöre, Spannung — und eine aufmerksame Journalistin, die mehr über den Fall zu wissen scheint als Kommissarin Rita Aitzinger selbst. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ilia Schuster steht sie vor vielen Rätseln: Warum musste der junge Mann so früh sterben? Was steckt hinter diesem Mord? Und welche Rolle spielt der Popsong, den er in Dauerschleife gehört hat? Die Ermittlungen navigieren das Team durch Hannover — vom Ihmepark über die Burgerläden Lindens bis zur Staatsoper — und in die Untiefen von Dating-Apps. Was wie ein klassischer Kriminalfall beginnt, entfaltet sich zunehmend als Erkundung menschlicher Emotionen und Abgründe. Mit feinem Gespür erzählt Jakob Nolte von einsamen Jungs, von Sehnsucht und der Suche nach dem Glück. Dabei zeichnet er ein skurriles Panorama von Hannover: einem Hannover, wie es selbst Alteingesessene noch nie gesehen haben — schräg, abgründig und voller Humor. „Die Frau mit den vier Armen“ lässt die Düsternis des Profanen zutage treten — und fragt, was uns wirklich antreibt. Ein Niedersachsen Noir mit Tiefgang. Albrecht Schroeder setzt sich in seinen Arbeiten häufig mit Gegenwartsdramatik auseinander und untersucht die Fallstricke des Menschseins. So inszenierte er mit „Eschenliebe“ von Theresia Walser am Schauspielhaus Bochum die Geschichte eines Mannes, der sich in eine Esche verliebt und damit die Norm infrage stellt. Mal diskursiv-dialogisch, mal trocken-humorvoll, sind seine Inszenierungen aber vor allem von einer großen Zuneigung zu den Figuren geprägt. Albrecht Schroeder mag Pressekonferenzen, Kopfhörer und Scham. Genau der richtige Regisseur für die Uraufführung von „Die Frau mit den vier Armen“! Inszenierung: Albrecht Schroeder Bühne und Kostüm: Julia Katharina Berndt Musik: Paul Eisenach, Wenzel Krah, Felix Kuhnt Licht: Uwe Wegner Dramaturgie: Mira Gebhardt Dauer: ca. 2 Std., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Höhere Gewalt

Schauspiel Hannover

„Weil du, wie die meisten Frauen, glaubst, was du glaubst. Und du arbeitest an deinen unglücklichen Beziehungen. Hin und wieder wirst du belohnt mit ein paar Wochen des Friedens und des Glücks, in denen sich der Groll für eine Weile legt. Ich lehne diesen Handel ab. Vielleicht solltest du das auch tun.“ Alles beginnt mit ein paar Familienfotos, am Anfang des Skiurlaubs: Eltern und Kinder lachen, eingemummelt in ihre Schneeanzüge. Der Urlaubsentspannung wird ein jähes Ende bereitet, als eine Lawine heranrollt, während die Eltern und Kinder noch auf der Hotel-Terrasse frühstücken. Die Katastrophe bleibt aus, doch während die Mutter sich schützend vor die Kinder stellt, sucht der Vater instinktiv das Weite. Die Feigheit seiner Handlung lastet auf der Beziehung der Eltern und droht, nicht nur den Urlaub kaputtzumachen, sondern bedeutet eine harte Probe für die ganze Ehe. Mit bösem Humor unterzieht der Regisseur Ruben Östlund, bekannt durch Filme wie „Triangle of Sadness“ und „The Square“, hier das klassische Bild einer modernen Familie einer Prüfung. Eine intelligente Auseinandersetzung mit konventionellen Rollenbildern, über die man auch nach dem Theaterbesuch noch ausgiebig diskutieren kann. Die junge Regisseurin Fritzi Wartenberg wird sich der Theateradaption des Filmes durch den renommierten walisischen Autor Tim Price annehmen. 1997 in Köln geboren, eroberte Fritzi Wartenberg die Bühnen Deutschlands und Österreichs zuletzt im Sturm. Mit ihren ästhetisch herausfordernden und spielerisch präzise gezeichneten Inszenierungen hinterfragt sie geschlechterspezifische Vorprägungen und deren gemeinsame Überwindung. Deutschsprachige Erstaufführung Deutsch von Linda Kokkores Inszenierung: Fritzi Wartenberg Bühne: Polly Stephan Kostüm: Jelena Miletić Musik: Fabian Kalker Licht: Tobias Reichstein Dramaturgie: Fabian Schmidtlein Dauer: ca. 2 Std. 30 Min., mit Pause
Aufführungen | Schauspiel

Gewässer im Ziplock

Schauspiel Hannover

„There is no life without pain.“ Wieder ein Sommer bei den Großeltern in den USA, wie immer in den großen Ferien. Weit weg von den Freund*innen in Berlin und ihrem Vater, dem Kantor einer Synagoge. Weit weg von Nico, mit dem sie sich manchmal trifft. Ob er sie vermisst? Dafür das Schmatzen der Großmutter im Ohr, das eklige Essen, der Schreibkurs. Dann kommt auch noch die verrückte Idee auf, sie zu ihrer Mutter nach Israel zu schicken. Die hat sie und ihren Vater verlassen, als Margarita noch ein Baby war, damals in Hannover. Margarita hat keine Lust, aber was soll sie machen? Die Zeit in Israel ist voller unerwarteter Herausforderungen: eine neue Verliebtheit, Demonstrationen und ein merkwürdiger Roadtrip mit der fremden Mutter. Als die Großmutter ins Krankenhaus muss, treffen Margarita, ihr Vater und die Mutter am Krankenbett in Chicago das erste Mal seit Jahren wieder aufeinander. Margarita muss sich der Herausforderung stellen, in dem Durcheinander von Sprachen, Herkünften, Zugehörigkeit und Traditionen ihren eigenen Weg zu finden und herauszufinden, wer sie sein möchte. Diese Geschichte ist geeignet für „...alle, die schon einmal Liebeskummer hatten. Alle, die Teenager für besonders schlau oder auch für besonders dumm halten. Alle, die einen Körper haben, den sie manchmal nicht mögen. Alle, die Gedanken haben, die sie manchmal nicht mögen. Jeden Menschen, der Selbstmitleid kennt, aber auch jeden Menschen, der Empathie kennt. Menschen, die keine Heimat wollen oder brauchen, und Menschen, die trotzdem ständig Heimweh haben. Menschen mit jüdischen Großmüttern.“ — findet die Autorin Dana Vowinckel. Die Regisseurin Lena Brasch, 1993 in Berlin-Pankow geboren, fordert mit ihren Inszenierungen die Grenzen des traditionellen Theaterkanons heraus. Bekannt wurde sie durch Stücke über popkulturelle Phänomene, wie den am Berliner Ensemble entstandenen Abend „It’s Britney, Bitch!“. Die Inszenierung wurde international in etlichen Medien besprochen und 2022 zum Festival „Radikal jung“ eingeladen. 2019 wurde Lena Brasch von der ZEIT als eine der „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“ ausgezeichnet und zu jenen „ostdeutschen Künstler*innen, die die Republik verändern könnten“, gezählt. Inszenierung: Lena Brasch Bühne: studio dietrich&winter Kostüm: Luisa Wandschneider Musik: Felix Kuhnt, Wenzel Krah Licht: Erik Sonnenfeld Dramaturgie: Cathrin Rose in einer Bühnenfassung für das Schauspiel Hannover für Menschen ab 14 Jahren Dauer: ca. 1 Std., 40 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Burn, Baby, Burn!

Schauspiel Hannover

In einer Welt, die immer mehr in Flammen aufgeht, stellt sich die Frage nach dem Untergang fast schon routiniert. Ist unsere Gesellschaft auf dem Weg, sich selbst zu zerstören, ähnlich wie das alte Rom? Während in Los Angeles die Waldbrände wüten, starren wir auf unsere Handys. Noch. Bis wir selbst das Handy in die Hand nehmen und die dystopischen Bilder nicht mehr nur streamen, sondern live erleben. Wie bei Nero, der Roms Brennen für seinen Machtausbau nutzte, liegt auch heute die Macht in den Händen derjenigen, die das Chaos als Chance sehen. Oft dient der Blick auf vergangene Imperien als Schlüssel zur Deutung der Gegenwart. Es ist kein Zufall, dass die sozialen Medien das Revival der Idee vom überlegenen Westen in Trumps Amerika befördern und sich dabei auf antike Herrscher und narzisstische Könige beziehen. Doch was passiert, wenn die Flammen nicht nur als Zerstörung, sondern als Neuanfang betrachtet werden? In ihrer Arbeit stellt die Theaterregisseurin Yael Ronen die Art und Weise infrage, wie Geschichte und Macht vereinnahmt und verklärend dargestellt werden. Sie zieht beunruhigende Parallelen zwischen antiken Herrschern und heutigen politischen Figuren. Sie hinterfragt populäre Darstellungen von Macht und Zerstörung und lädt das Publikum ein, die Geschichten, die wir uns über Verfall und Wiedergeburt erzählen, neu (und humorvoll) zu denken. Oder um es mit ihren Worten zu sagen: in den liebenden Armen der Komödie Trost zu finden. Yael Ronen, 1976 in Jerusalem geboren, ist eine der erfolgreichsten und prägendsten Regisseurinnen ihrer Generation. Wie kaum jemand sonst versteht sie es, mit den Mitteln der Komödie auf die Krisen unserer Gegenwart zu reagieren. Der internationale Durchbruch gelang Yael Ronen 2010 mit der Produktion „Dritte Generation“, einer Koproduktion der Schaubühne, des Habima Theater, Tel Aviv und der Ruhrtriennale mit Schauspieler*innen aus Deutschland, Israel und Palästina. Von 2015 bis 2023 war sie Hausregisseurin am Berliner Gorki Theater. Sie wurde mit ihren Arbeiten bisher insgesamt vier Mal zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zuletzt 2024. Des Weiteren ist sie zweifache Nestroy-Preisträgerin und wurde mit dem Europe Prize for Theatrical Realities ausgezeichnet. Yael Ronen wird das erste Mal am Schauspiel Hannover arbeiten. Inszenierung: Yael Ronen Bühne: Evi Bauer Kostüm: Amit Epstein Musik: Ofer Shabi, Yaniv Fridel Video: Stefano Di Buduo Licht: Oliver Hisecke Dramaturgie: Yunus Ersoy, Irina Szodruch Dauer: 1 Std., 30 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Das neue Leben

Schauspiel Hannover

„I love you, I love you, I love you, I love you“ Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2022 Eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2022 Ausgezeichnet mit dem Deutschen Theaterpreis Der Faust für Paul Hankinson und Jonas Holle Was, wenn man liebt mit ganzem Herzen, aber diese Liebe unerfüllt bleibt? In der Sammlung von Gedichten und Liedern „Vita Nova“ (Das neue Leben) gibt der Dichter Dante Einblick in seine Gefühle für Beatrice. Mit neun Jahren verliebt er sich unsterblich, erst mit 18 sieht er Beatrice wieder, und nie kommt es zu einer Begegnung — ehe sie schon mit 24 verstirbt. Dante widmet Beatrice sein Leben und all sein Schreiben: Ihr folgt er in seinem Jahrtausendbuch „Die Göttliche Komödie“ von der Hölle durchs Fegefeuer ins Paradies, um sie dort zumindest in der Fiktion wiederzutreffen. Zu Lebzeiten hat Dante Beatrice seine Liebe nie gestanden, ihr früher Tod hinterlässt eine schmerzhafte Lücke. Wie geht man damit um, wenn man etwas nicht gemacht hat? Die Hoffnung auf eine zweite Chance kennen wir alle, auf einen Neuanfang. Aber wie macht man das eigentlich? Mit dieser Leitfrage nähern sich Christopher Rüping und sein Ensemble den mehr als 700 Jahre alten Texten, erzählen sie weiter, durchleben sie gemeinsam. Liebesgedichte aus dem Spätmittelalter treffen auf Popsongs von heute. Daraus entsteht ein Begegnungsraum von zarter Schönheit und großer Kraft. Ein einzigartiger theatraler Trip von der Erde in den Himmel und zurück — auf den Spuren wahrer Liebe und der großen und kleinen Lebensfragen. Was kann ein neues Leben sein, wenn das alte nicht mehr möglich ist. Wie fangen wir neu an. Where do we go from here? Beatrice weiß vielleicht eine Antwort. Der Regisseur Christopher Rüping, 1985 in Hannover geboren, prägt mit seinen außergewöhnlichen Inszenierungen das deutschsprachige Theater. Oft entstehen seine Inszenierungen aus einer entspannten Offenheit dem Publikum gegenüber, in einem Freiraum, in dem sich Spielende und Zuschauende begegnen können. Dass sich daraus ebenso zarte wie überschwängliche Theaterabende entwickeln, klug durchdacht und ohne Angst vor großen Gefühlen, mit intelligentem Witz — das hat Christopher Rüping zu einem der wichtigsten Regisseure seiner Generation gemacht. Bis heute erhielt er fünf Einladungen zum Berliner Theatertreffen, wurde im Magazin „Theater heute“ zweimal zum Regisseur des Jahres gewählt sowie mit dem Nestroy-Theaterpreis und jüngst mit dem Theaterpreis Berlin ausgezeichnet. Inszenierung: Christopher Rüping Bühne: Peter Baur Kostüm: Lene Schwind Musik: Paul Hankinson, Jonas Holle Licht: Bernd Felder, Oliver Hisecke Dramaturgie: Vasco Boenisch Übernahme vom Schauspielhaus Bochum Dauer: ca. 2 Std. 10 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Sliding Away

Schauspiel Hannover

Premiere: 13.5.2026 In apokalyptischen Zeiten florieren Monster. Sie werden zum Sinnbild der Krise und tanzen uns den Sound des Untergangs. Zombies zum Beispiel — zum Leben erweckte Untote, die zu Hauf Städte und Dörfer überfallen oder verschreckte Unschuldige in Autos einkesseln. Von Viren oder Bakterien mutierte, menschenähnliche, aber doch seelenlose Wesen, die mit abschreckendem Horror das Menschliche als bedrohte Norm konstruieren. Serien wie „The Last of Us“ oder „The Walking Dead“ geben eindrücklich Zeugnis von unserer anhaltenden Faszination für das untote Leben. Der japanische Autor und Regisseur Toshiki Okada dreht den Spieß in seinem neuen Stück nun um: Was, wenn nicht die Zombies das Problem sind, sondern wir — die Menschen? Denn wer entscheidet, was normal und existenzberechtigt ist? Und haben Zombies wirklich keine Seele? Fünf Zombies rütteln am Korsett ihrer Zuschreibungen und arbeiten an einem Gegen-Narrativ mit dem Ziel, das menschengemachte Außenbild zu korrigieren. Und wie ginge das besser als mit einem eigenen Zombiefilm? Einem Film „mit Zombies, von Zombies, für Zombies“! Am Set dieses Drehs, der nicht so recht in Gang kommen will, entspinnt sich ein doppelbödiger, absurder und kluger Dialog über Repräsentation und (Un-)Menschlichkeit, der das Potential zur Zombie-Komödie hat. Toshiki Okada wird „Sliding Away“ in Hannover und Tokio zur Aufführung bringen. Regie 1973 in Yokohama geboren, erschafft er mit seiner Kompanie Chelfitsch seit 1997 Inszenierungen, die sich durch eine eigenwillige und zarte Formsprache auszeichnen und die Position des Menschen in einer Welt der radikalen Umbrüche untersuchen. Toshiki erschafft in seinen Arbeiten oft Szenarien und Bildsprachen einer durchkapitalisierten Welt, mit denen er die menschliche Existenz und ihre Widersprüche im Spätkapitalismus erforscht. Seine Arbeiten stoßen weit über Japan hinaus auf große Resonanz und sind auf internationalen Theaterfestivals zu erleben. Seine Inszenierungen „The Vacuum Cleaner“ für die Münchner Kammerspiele und „Doughnuts“ für das Thalia Theater Hamburg wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Inszenierung: Toshiki Okada Bühne: Dominic Huber Kostüm: Tutia Schaad Musik: Kazuhisa Uchihashi Licht: Erik Sonnenfeld Dramaturgie: Tobias Kluge, Makiko Yamaguchi
Aufführungen | Schauspiel

Mohameds Odyssee

Schauspiel Hannover

Von Kairo im Jahr 1969 über Paris bis ins Deutschland der 1970er und 1980er Jahre — Ensembleschauspielerin Yasmin Mowafek erzählt die Geschichte ihres Vaters Mohamed. Zwischen Anpassung und Auflehnung, dem Scheitern und Meistern von Bürokratien, führt der Solo-Abend mit viel Humor durch die ereignisreichen Stationen auf Mohameds Reise. Doch die Suche nach einem „besseren Leben in Almanya“ macht aus dem Lebenskünstler und Familienvater vor allem eins — einen abgehärteten Menschen. In Mohameds Odyssee reflektiert Yasmin Mowafek zusammen mit dem Regisseur Leonard Dick fast exemplarisch, inwiefern die rassistischen und klassistischen Strukturen eines Einwanderungslandes wie Deutschland (post)migrantische Lebens- und Familienidentitäten prägen. Welche Heldengeschichten werden erzählt und welche Held:innengeschichten sind ebenso heroisch, obwohl sie vielleicht eher im Verborgenen wirken? „Mohameds Odyssee“ entstand unter dem Titel „Mohameds Reise“ in der Spielzeit 22/23 am Jungen Staatstheater Karlsruhe in der Reihe „Freiräume“. Für die Konzeption des Stücks wurde Yasmin Mowafek im Rahmen ihrer künstlerischen Diplomarbeit mit dem Genderpreis der Kunstuniversität Graz ausgezeichnet. Konzept und Idee: Yasmin Mowafek Regie: Leonard Dick Kostüme: Celine Walentowski Musik: Andrej Agranovski Video: Ansgar Beck Dramaturgie: Saskia Jabłońska Dauer: ca. 1 Stunde, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.

Schauspiel Hannover

„Der Krieg ist hier angekommen, auf der Welt, und wird erst enden, wenn wir verschwunden sind. Unter der Erde.“ Ein Ingenieur denkt über die Herausforderungen der modernen Existenz nach — über das alltägliche Aufwachen in einer Gesellschaft, in der sogar der Himmel Google gehört und bewaffnete Konflikte zur Tagesordnung zählen. Wobei, solange sie nicht das eigene Viertel, die eigene Stadt oder eventuell noch das eigene Land betreffen, verschwinden sie nach zwei Tagen aus der flackernden Aufmerksamkeit. Und seien wir ehrlich: Wenn man nicht einmal die Flaggen der betroffenen Länder kennt, um sie solidarisch zu posten, kann es ja so schlimm nicht sein?! Zwischen Horror und Humor erkundet Sibylle Berg, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Theaterautorinnen im deutschsprachigen Raum, die dystopisch anmutenden Abgründe unserer Gegenwart. Gespielt wird dieser Ingenieur von der Schauspielerin Katja Riemann, einer langjährigen künstlerischen Weggefährtin von Autorin Sibylle Berg, die bereits in deren Erfolgsstück „Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden“ am Berliner Gorki Theater zu sehen war. Sibylle Berg selber ist mit ihrer Stimme ebenfalls Teil der Inszenierung. Die Regisseurin Lena Brasch, 1993 in Berlin-Pankow geboren, fordert mit ihren Inszenierungen die Grenzen des traditionellen Theaterkanons heraus. Bekannt wurde sie durch Stücke über popkulturelle Phänomene wie den am Berliner Ensemble entstandenen Abend „It’s Britney, Bitch!“. Die Inszenierung wurde international in etlichen Medien besprochen und 2022 zum Festival „Radikal jung“ eingeladen. 2019 wurde Lena Brasch von der ZEIT als eine der „100 wichtigsten jungen Ostdeutschen“ ausgezeichnet und zu jenen „ostdeutschen Künstler*innen, die die Republik verändern könnten“, gezählt. Inszenierung: Lena Brasch Bühne: studio dietrich&winter Kostüm: Eleonore Carrière Licht: Maren Zeiss, Marie-Luise Fieker Dramaturgie: Yunus Ersoy Dauer: ca. 1 Std. 30 Min., keine Pause

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